Mit der Sata von FRA nach PDL

Egal ob per Flugzeug oder mit dem Schiff - hier geht es um Anreisewege auf die Azoren.
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hjh
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Mit der Sata von FRA nach PDL

Beitrag von hjh » 10.04.2012, 11:26

Ostersonntag war es mal wieder soweit. Ein Azorenflug mit Sata von Frankfurt nach Ponta Delgada stand bevor.

Zuerst mit dem ICE zum Fernbahnhof. Früher hat Sata das Rail & Fly-Ticket spendiert. Das tut sie nicht mehr.
Die Sata muss sparen.

Gleich im Übergang zum Terminal 1 rechts rein zum Einchecken. Die Sata gehört zu den wenigen Fluggesellschaften, die einem diese Angenehmlichkeit noch bieten.
Danke Sata.

„Ist die Maschine ausgebucht?“ – „Nein, nur gut 40 Passagiere. 160 Plätze sind frei.“
Nun, Ostern verbringt man zu Hause oder am Urlaubsort. Bei dieser Passagierzahl für Sata ein Minusgeschäft.
Arme Sata.

Ich sehe auf mein Ticket: Platz 6 a. Ach, ich wollte ja auf Platz f. Wer die Fensterplätze f bucht, braucht nicht mit blendender Sonne zu kämpfen. Und: er sieht fast die ganze Küstenlänge von Sao Miguel, sofern nicht Wolken die Sicht verdecken. Im Terminal 2 zum Sata-Schalter. Kein Mensch vor mir. „Können Sie mir die Bordkarte in 6f umtauschen?“ –„Ja, natürlich!“ „Sind die Azoren wirklich so schön?“ fragt die freundliche Dame. „Ja gewiss. Fliegen Sie mit! Überzeugen Sie sich selbst! Heute sind noch Plätze frei.“ – „Schön wär`s!“

Zum Sata-Gate. Keine bekannten Gesichter wie sonst so oft. Anscheinend alles Urlaubsgäste. Aufruf zum Boarding-Transferbus. Sata-Maschinen parken immer draußen und nie am Gate, das ist billiger.
Die Sata muss sparen.

Blick zum Flugzeug: Die „Diaspora“, ein Airbus A 320, Baujahr 2009. Ja, die Azoren sind wirklich eine Diaspora, eine „Verstreutheit“ im fernen Meer. Kleine Erinnerung: In ihrem Jungfernjahr 2009 hatte dieses Flugzeug einmal Pech. Der Pilot wollte zu schnell zu seinem Heimathafen PDL, landete viel zu schnell und musste abrupt bremsen. Erst wurde die Sache vertuscht, doch, wie immer, sie kam doch raus. Der Schaden war erheblich. 4 Monate lang fiel die Maschine aus, um in einer Airbus-Werft repariert zu werden.
Arme Sata.

Ich besteige das Flugzeug. Zeitungen? Früher gab es deutsche Sonntagszeitungen.
Dann erkannte Sata, dass man etwas für den Umweltschutz tun müsse und ließ sie weg.
Die Sata muss sparen.

Reihe 6. Ich sitze dort als einziger. 5 Sitze bleiben frei. Bis zur Reihe 6 kann man die Sitze zur Business-Class umwandeln. Niemand hat die gebucht. Dazu: Früher konnte man sich seinen Wunschsitz vorher online kostenlos auswählen. Heute kostet das 25 €.
Die Sata braucht Geld!

Essen und Getränke werden serviert. „Bitte ein Sagres-Bier!“ – „Macht 3 €!“ – „Ach, dann lieber einen Apfelsaft!“ Im vorigen Jahr war das Bier noch kostenlos.
Bis 2010 konnte man zwischen zwei warmen Gerichten aussuchen, Lachs oder Fleisch. Jetzt gibt es nur einen Snack, ein längliches Sandwich mit kleinem Schokoriegel. Ähnlich wie bei der Lufthansa auf Kurzstrecken. Kaffee und Tee sind noch kostenlos. Auch das einheimische Tafelwasser „Gloria Dei“ wird später nochmals angeboten.
Arme Sata. Die Sata muss sparen.

Dafür aber bedient die volle Servicemannschaft wie in einem vollbesetzten Jet.
Da hat wohl jemand in der Verwaltung bei den Einsparmöglichkeiten geschlafen.
Sata, hier hättest du sparen können!

Das Personal spricht Portugiesisch oder Englisch. Es scheinen aber nur deutsche Gäste an Bord zu sein. Früher gab es einmal einen Sata-Steward, der in Deutschland gelebt hatte und unsere Sprache beherrschte. Das tat gut. - Der Pilot meldete sich erstmals in Sichtweite von São Miguel. Auf Portugiesisch und Englisch.
Wäre es nicht möglich, das Personal ein paar Brocken Deutsch lernen zu lassen?
Oder wie bei der Lufthansa auf portugiesischen Flügen ein portugiesisches, hier also deutsches Ansageband laufen zu lassen?
Sata, denke an den Kundendienst!

Unter den Gästen saß anscheinend ein Kettenraucher. Dreimal zu verschiedenen Zeiten ertönte die automatische Ansage „This is a Non-Smoking Flight!“ Man roch es bis Reihe 6. Das Bordpersonal wurde davon aber nicht berührt.
Sata, denke an den Kundendienst!

Landung in PDL. Trotz allem:
Danke Sata. Ich weiß, du hast es schwer auf diesen entrückten Inseln, in die ich so verliebt bin. Fliege weiter nach Deutschland! Und ich weiter mit Dir!
hjh

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Re: Mit der Sata von FRA nach PDL

Beitrag von klee » 12.04.2012, 11:58

;-)
Meine Reiseberichte:
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hjh
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Re: Mit der Sata von FRA nach PDL

Beitrag von hjh » 13.05.2012, 14:43

Heute meldet Lusa, die portugiesische Nachrichtenagentur, dass die Gruppe Sata im vergangenen Jahr einen konsolidierten Reingewinn von 527.000 € hatte, nachdem die Betriebskosten um 22 Millionen Euro gesenkt werden konnten.. Im Jahr 2010 schrieb man noch 3,5 Millionen € Verlust..

Bei SATA Air Azoren (innerazorianische Flüge) machte man einen Gewinn von 1.406.000 €, SATA INTERNATIONAL schrieb einen Verlust von 930 000 € und AZOREN Express (Amerika-Flüge) verloren 89.789.000 €. Ob das nicht ein Druckfehler ist, denn ich dachte immer, die Amerika-Flüge wären noch im positiven Bereich.
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Re: Mit der Sata von FRA nach PDL

Beitrag von hjh » 05.07.2012, 21:53

Gestern bin ich mal wieder mit Sata FRA - PDL geflogen. Auch diesmal konnte ich wieder am Fernbahnhof einchecken und brauchte nicht das Gepäck zum Terminal 2 zu schleppen. Nur 20 andere Fluggesellschaften erlauben diesen Service.
Im Gegensatz zum April gab es diesmal wieder eine "ordentliche" Mahlzeit und keinen Minisnack. Allerdings: Mit etwas Soße hätte mir der Reis besser geschmeckt. Es gab auch kein Auswahlgericht Fleisch / Fisch. Nur Hähnchen. Und das mag meine Frau überhaupt nicht.
Speis und Trank wurden auch erst 1 1/4 Stunde nach Abflug serviert. Wahrscheinlich ging es vielen anderen Gästen so wie mir: Man geht nach der Gepäckkontrolle zum Warteraum. Ohne Getränke, die sind ja nicht erlaubt. Und im Warteraum gibt es nichts zu kaufen. Es war ein schwül-warmer Tag und man war durstig. Da hätte ein Schluck "Gloria Dei"-Wasser gleich zu Beginn im Flugzeug gut getan.
hjh

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